Vom Dolce-Vita aus dem Ofen und dem Schnittlauch mit dem sch… Karma.

Ich kann ja keine halben Sachen, sondern nur ganz oder gar nicht. Und ich gebe zu, dass mich das neue Auto richtig flasht. So sehr, dass ich am liebsten in der Garage übernachten würde und jedes Krümelchen vom Boden aufpicke – dazu später noch eine dramatische Geschichte, stay tuned.

Und so war mir heute auch nach Dolce Vita, nach Bella Italia oder wenigstens nach grün-weiß-rot in der Küche. (Was haben die aber auch Glück mit ihren Landesfarben, wir Deutschen müssten in Teilen ja immer was anbrennen lassen…) Weil ich zweimal zum Supermarkt fahren musste, einmal ohne, einmal mit Geldbeutel, war mir die Zeit zu knapp, selbst Hefeteig zu machen.

Easy-peasy-Italia-Schiffchen

Und so kaufte ich fertigen Pizzateig, TK-Spinat, frische Tomaten und Mozzarella (und laut Kassenbon noch irgendwas Vergoldetes), teilte den Teig in sechs Rechtecke und formte Schiffchen daraus. Die bestrich ich mit Tomatensoße und belegte sie mit Spinat, Mozzarellawürfeln und frischen Tomaten und streute auf die roten und grünen Ecken noch ein bisschen Reibekäse. Nach 15 Minuten duftete die Küche wie eine italienische Piazza am frühen Abend. Dazu gab’s frischen Salat.

Apropos Tomaten: Mit etwas Glück ernten wir demnächst auf dem Balkon eigene. Das ist allein deshalb erwähnenswert, weil ich, seit ich denken kann, ein gespaltenes Verhältnis zu Pflanzen habe. Will sagen, so lang Pflanzen nicht laut um Wasser schreien können, werden sie in meinem Haushalt einfach einen frühen, tragischen Tod sterben. So sehr ich das bedaure. Vielleicht bin ich deswegen Vegetarier geworden, ich esse sie einfach auf, bevor sie leiden müssen.

Umso überraschter war ich, dass auf unserem Balkon tatsächlich nach dem Winter noch Kräuter wuchsen, die ich vergangenen Sommer in einem Anflug von Gärtnerlust gepflanzt hatte. (Also unter dem ganzen verdorrten Teil, you know). Und den Erdbeeren hatte offenbar jemand vergessen zu sagen, dass sie einjährig sind. Die wussten das jetzt nicht und tragen reichlich Früchte. Überrascht ist eigentlich total untertrieben, ich war von der Entdeckung regelrecht überwältigt!

Der Schnittlauch, den ich von weitem so hübsch fand mit seinen violetten Blüten, wurde vom Tochterkind näher beäugt und sie fragte: „MUSS der so schwarze Punkte haben an den Stilen?“ Spoiler: Nein, muss er nicht. Er ist komplett verlaust. Also habe ich mir neulich im Gartencenter (jetzt wo ich es mit der Gärtnersache voll ernst nehme) eine kleine Schaufel gekauft und einen neuen Topf Bio-Schnittlauch. Dieser sch… öne Schnittlauch hat sich in meinem Beifahrerfußraum auf die Seite geworfen und sich samt Wurzelballen von dem erstaunlich großen Rest Erde im Topf getrennt. In der nächsten Kurve kullerte der Topf umher und verteilte großzügig die bröselige Erde im Fußraum DES NEUEN AUTOS. Der in kürzester Zeit aussah, als hätte sich ein Maulwurf ausgetobt. Wenn dieser Schnittlauch jetzt also auch Läuse kriegen sollte, ist es definitiv Karma. Dann hat er das VERDIENT.

So. Zurück zum Balkon: Ein paar der übrigen Kräuter in den Blumenkästen, an denen die Läuse gar kein Interesse hatten, haben das getan, was in der Regel alle meine Pflanzen tun: Sie reiften zu … Tabak heran, hauchten ihr Leben aus, wurden Laub. Und so entfernte ich eifrig alles, was nicht mal mich optimistische Seele irgendwie überzeugen konnte. Mit dem Ergebnis, dass wir ein ziemlich löchriges Bild hatten. „Pflanz doch Geranien“, sagte mein Mann. Ich schluckte trocken. Geranien sind für mich der Inbegriff von Spießigkeit, das florale Fräulein Rottenmaier. Aber weil ich ja schon ein Auto ganz im Alleingang gekauft hatte (wir erinnern uns) fügte ich mich, und kaufte mit viel Überwindung fünf Geranien. Weiße, denn rot geht gar nicht, wir sind ja nicht die Schwarzwaldklinik.

Der Gatte kam abends heim, ich zog geleitete ihn auf den Balkon und präsentierte meine Geranienpracht. Und dann ergab sich folgender Dialog:

Ich: „Da, Geranien, toll, ne?“ Er: „Jo… hängen die auch runter?“ Ich (irritiert): „Ich hab sie ja gegossen, die hängen gar nicht!“ (alte Wunden, you know) Er: „Neee, ich meine, hängen die dann so übers Geländer?“ Ich: „Hm. ich glaube nicht, dass das Hängegeranien sind, aber Hauptsache Geranien, ODER?“ Er: „Naja, ich finde was Hängendes halt toll. Ob das jetzt Geranien sind… ich kenn mich da ja nicht aus.“ Ich: „Waaaas? Duuu wolltest doch Geranien…“ Loriot hätte sich von unserem Gespräch ganz sicher inspiriert gefühlt.

Ergo: Wir haben jetzt Geranien, die ich nicht mag und er nicht kennt. Aber Hauptsache es blüht was ohne schwarze Punkte. Und gebt mir noch zwei Wochen, dann ergibt sich das mit dem Hängen von ganz alleine. Hust.

LaSignorina

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